Franz Xaver An
die Harfe
Weinzierl
1757
– 1833 Gefährtin meiner
wonnereichsten Stunden,
Von dir, o Harfe, kann ich nimmer weichen!
So selig sind die Tage hingeschwunden
Durch deiner Töne Macht, der zauberreichen.
Bei dir hab’ ich des Lebens Glück gefunden.
Will Gram mir in gepreßten Busen schleichen,
Du weißt denselben wieder zu verscheuchen.
Sey mir darob mit Rosen süß umwunden!
O folge mir aus stiller Klosterzelle,
Und tröste mich im tollen Stadtgetümmel,
Wenn Leiden mein beklommen Herz umringen!
Erreicht mich einst des Todes Wirbelwelle,
Dann trage meinen Geist du fromm gen Himmel
Auf deiner Harmonieen Geisterschwingen!